25//THE_OTHER

2025

PET, acrylic ink, steel, wire, epoxy, polymorph, acryl fibre, shrink tubing, polyester, crepe paper


The Chimera Plant is a speculative organism that reflects on human perceptions of nature and non-human life. Conceived as a playful yet critical response to the Anthropocene, it questions ideas of naturalness, control, and coexistence in a world irreversibly shaped by human activity. The work asks which forms of life are valued, protected, or rejected—and why.

The sculpture follows the visual language of classical museum dioramas, which often suggest an image of untouched nature. At first glance, the chimera appears lifelike, yet closer inspection reveals traces of its making: brushstrokes, wire, and glue expose the persistent presence of the human hand and gaze.

The chimera combines sunflower and giant hogweed, two plants introduced to Central Europe as ornamentals but framed very differently today. The sunflower is celebrated as a resilient crop, and as a rich cultural and political symbol, while giant hogweed is feared and eradicated due to its toxicity to humans. By merging their traits, the work imagines a plant capable of adaptation, regeneration, and defense, both physical and cultural, and invites reflection on how ecological value is shaped by human interests and fears.



Die Chimären -Pflanze ist ein spekulativer Organismus, der die menschliche Wahrnehmung von Natur und nicht-menschlichem Leben reflektiert. Als spielerische und zugleich kritische Antwort auf das Anthropozän konzipiert, hinterfragt sie Vorstellungen von Natürlichkeit, Kontrolle und Koexistenz in einer Welt, die durch menschliches Handeln irreversibel geprägt ist. Das Werk fragt, welche Lebensformen geschätzt, geschützt oder abgelehnt werden – und warum.

Die Skulptur folgt der Bildsprache klassischer Museumsdioramen, die oft ein Bild unberührter Natur suggerieren. Auf den ersten Blick wirkt die Chimäre lebensecht, doch bei näherer Betrachtung werden Spuren ihrer Entstehung sichtbar: Pinselstriche, Draht und Klebstoff offenbaren die beharrliche Präsenz der menschlichen Hand und des menschlichen Blicks.

Die Chimäre kombiniert Sonnenblume und Riesen-Bärenklau, zwei Pflanzen, die als Zierpflanzen nach Mitteleuropa eingeführt wurden, heute jedoch sehr unterschiedlich wahrgenommen werden. Die Sonnenblume wird als widerstandsfähige Pflanze und als reichhaltiges kulturelles und politisches Symbol gefeiert, während der Riesen-Bärenklau aufgrund seiner Giftigkeit für den Menschen gefürchtet und bekämpft wird. Durch die Verschmelzung ihrer Eigenschaften stellt das Werk eine Pflanze dar, die in der Lage ist, sich anzupassen, zu regenerieren und sich sowohl physisch als auch kulturell zu verteidigen, und hinterfragt, wie ökologischer Wert durch menschliche Interessen und Ängste geprägt wird.


Dokumentation: Georg Polzin